Sponsoren finden für Pokale
Hand aufs Herz: Wer im Verein ein Turnier organisiert, kennt den Kampf. Man will den Kindern riesige Pötte bieten, die Augen sollen strahlen, die Siegerehrung soll Gänsehaut verursachen. Und dann kommt der Kassenwart und sagt: "Tut mir leid, Budget ist dieses Jahr knapp. Reicht nicht auch eine Urkunde?"
Nein, das reicht nicht. Ein Turnier ohne echte Pokale ist wie Fußball ohne Tore – irgendwie unbefriedigend. Aber Sie müssen nicht an die Rücklagen des Vereins gehen. In diesem Guide zeigen wir Ihnen, wie Sie Sponsoren finden, die sich darum reißen, Ihre Pokale zu bezahlen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es nicht – wenn man die richtige Strategie hat.
Viele Vereinsvorstände haben Bauchschmerzen, wenn sie nach Geld fragen. Es fühlt sich an wie Klinkenputzen. Streichen Sie diesen Gedanken sofort aus Ihrem Kopf! Sie sind kein Bittsteller.
Sie sind ein Geschäftspartner auf Augenhöhe.
Ein lokales Unternehmen will lokal sichtbar sein. Zeitungsanzeigen sind teuer und landen am nächsten Tag im Altpapier. Online-Anzeigen verpuffen in Sekunden. Sie bieten etwas viel Besseres an: Emotionale Dauerwerbung.
Wenn Sie mit einem potenziellen Sponsor sprechen, müssen Sie ihm den Wert verkaufen. Ein Pokal ist eine völlig unterschätzte Marketing-Waffe. Hier sind die drei Argumente, mit denen Sie jeden Unternehmer überzeugen:
Ein Flyer lebt 10 Sekunden. Ein Banner hängt ein Wochenende. Ein Pokal steht Jahre oder Jahrzehnte im Kinderzimmer, im Regal oder im Vereinsheim. Das ist die langlebigste Werbung, die man für 20 Euro kaufen kann.
Jedes Mal, wenn der Sieger den Pokal ansieht, kommt das Gefühl von Stolz hoch. Wenn Ihr Firmenlogo genau in diesem Moment zu sehen ist, verbindet das Gehirn Ihre Marke mit "Erfolg" und "Glück".
Was passiert nach dem Sieg? Es wird fotografiert! Instagram, WhatsApp-Status, Facebook. Der Pokal wird stolz in die Kamera gehalten. Ist das Logo des Sponsors drauf, bekommt er kostenlose Reichweite in der ganzen Region.
Der häufigste Fehler: Vereine schreiben E-Mails an große Konzerne. Die Antwort ist fast immer: "Nein". Diese Firmen haben Budgets Jahre im Voraus verplant.
Ihr Gold liegt direkt vor der Haustür. Suchen Sie nach Unternehmen, die auf lokale Kundschaft angewiesen sind:
Jetzt wird es konkret. Wie kommt das Logo auf den Pott? Früher war das kompliziert und teuer. Heute ist es bei uns Standard.
Fast alle unsere Trophäen – egal ob klassische Henkelpokale, hohe Säulenpokale oder moderne Glas-Awards – haben Platz für ein Emblem (Ronde).
Bitte schicken Sie keine langweiligen PDFs per E-Mail. Gehen Sie persönlich vorbei oder rufen Sie an. Hier ist ein Skript, das Türen öffnet.
"Hallo Herr Müller, wir organisieren nächsten Monat den großen Sommer-Cup der A-Jugend. Da sind 200 Jugendliche, die alle im nächsten Jahr ihren Führerschein machen wollen.
Wir suchen keinen Spender, sondern einen Partner für den Hauptpreis. Wir möchten den Siegerpokal 'Fahrschule Müller Cup' nennen.
Der Clou ist: Ihr Logo kommt direkt farbig vorne auf den Pokal. Das Ding steht danach jahrelang beim Sieger im Zimmer und alle Freunde sehen es, wenn sie zu Besuch sind. Haben Sie 5 Minuten, dass ich Ihnen mal ein Muster zeigen kann?"
Damit der Kassenwart am Ende auch glücklich ist, müssen Sie eine Sache unterscheiden:
Finanzieren Sie Ihre Pokale fremd. Das entlastet die Vereinskasse, ermöglicht Ihnen, viel größere und schönere XXL-Pokale zu kaufen, und bindet das lokale Gewerbe an Ihren Verein.
Warten Sie nicht. Drucken Sie das Logo des Bäckers aus, kleben Sie es provisorisch auf einen alten Pokal und gehen Sie los!
Jetzt Pokale konfigurieren
Kalkulieren Sie nicht zu knapp. Berechnen Sie die reinen Kosten für den Pokal inklusive Gravur und Emblem und schlagen Sie etwa 10–20 % für den Verein drauf (für Aufwand und Organisation). Bei einem großen Wanderpokal können Sie auch deutlich mehr verlangen, da die Werbedauer über Jahre geht.
Bei kleineren Beträgen (z.B. 50 Euro für einen Torschützen-Pokal) reicht oft eine schriftliche Bestätigung per E-Mail oder ein Handschlag mit dem lokalen Bäcker. Bei großen Summen oder Hauptsponsoren sollten Sie immer eine kurze Sponsoring-Vereinbarung aufsetzen, in der Leistungen (z.B. Logo-Größe, Nennung bei der Siegerehrung) und Gegenleistungen festgehalten sind.
Vorsicht: Wenn Sie das Logo des Sponsors auf den Pokal drucken, ist das eine werbliche Gegenleistung. In diesem Fall handelt es sich steuerlich meist um Sponsoring, nicht um eine Spende. Sie müssen dem Unternehmen dann eine Rechnung stellen (ggf. mit Umsatzsteuer, je nach Vereinsstatus). Eine Spendenbescheinigung darf nur ausgestellt werden, wenn der Geldgeber keine Gegenleistung erhält. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Kassenwart oder Steuerberater.
Damit das Sponsoren-Logo auf dem Emblem gestochen scharf aussieht, benötigen wir idealerweise eine Vektordatei (EPS, AI, PDF) oder eine hochauflösende Bilddatei (JPG, PNG) mit mindestens 300 dpi. Fordern Sie diese Datei am besten direkt beim Sponsor oder dessen Marketing-Agentur an.
Ja, das ist üblich. Sie können beispielsweise den 1. Platz an Firma A, den 2. Platz an Firma B und den 3. Platz an Firma C verkaufen. Wichtig ist nur, dass Sie keine direkten Konkurrenten mischen (z.B. zwei verschiedene Fahrschulen im selben Wettbewerb), um Ärger zu vermeiden.